MÜNCHAU FRAGT, LIBERALE ANTWORTEN – TEIL 4/5: DIE GLOBALISIERUNG.


Ist die Globalisierung böse? Und ist der Euro nur eine kleine Globalisierung?

Wolfgang Münchau stellt in seinem Beitrag auf SPON drei Fragen an die FDP, eigentlich sind es acht, aber sei’s drum. Denn die Fragen sind spannend, weil sie ein Licht darauf werden, wie  der Liberalismus im 21. Jahrhunderts aussehen kann.

Wie gehen Liberale mit der Globalisierung um? Welche Systeme demokratischer Kontrolle und zwischenstaatlicher Koordination sind notwendig, die Globalisierung zu managen?

Ein einzelner Staat kann nur wenige Bereiche der Globalisierung gestalten. Die wirklich globalen Fragen benötigen globale Mehrheits- oder Konsensentscheidungen. Diese sind einfacher zu erreichen, wenn es weniger Verhandlungspartner gibt. Deshalb muss Europa in globalen Fragen einig stehen. Denn nur wenn der Rahmen stimmt, kann es zu einem fairen globalen Wettbewerb der Unternehmen und Institutionen kommen. Hier entstehen also durch Europäisierung erst Freiheitsräume.

Wettbewerb annehmen und dank liberaler Struktur bestehen

Es wird aber auch Bereiche geben, die sich nicht managen lassen. Länder wie Vietnam oder Bangladesch werden sich ihre komparativen Vorteile der billigen Arbeitskräfte und unregulierten Arbeitsmärkte nicht nehmen lassen. Es wäre gänzlich undemokratisch diesen Ländern vorzuschreiben, wie sie sich entwickeln sollten. Das sind die Bereiche, in denen Europa die Herausforderung annehmen muss. Wenn aufstrebende Nationen uns wirtschaftlich Konkurrenz machen, dann sollte Europa darauf europäisch reagieren: Den Wettbewerb annehmen und damit die Evolution der Institutionen, Innovationen und Ideen fördern. Dann braucht die Globalisierung nicht gemanaged zu werden. Wenn Demokratie, Rechtsstaat und Marktwirtschaft zu Wohlstand führen, dann werden sie sich auch im globalen wirtschaftlichen Wettbewerb durchsetzen. Dann ist ein einiges, liberales Europa ein Modell für den Rest der Welt.

Welchen Einfluss hat der Euro, den die FDP weiter unterstützen wird? Das Konzept der Wettbewerbsfähigkeit, zum Beispiel, funktioniert für Kleinstaaten, aber nicht mehr für massive Volkswirtschaften wie dem Euro-Raum.

Der Euro, hat wie alle Währungen in dieser Welt, natürlich einen Einfluss auf die europäische Volkswirtschaft. Entscheidend ist, den Euroraum so zu gestalten, dass wirtschaftliche Verwerfungen wie in den letzten fünf Jahren nicht mehr passieren können. Das Konzept der Wettbewerbsfähigkeit ist innerhalb einer Währungsunion keineswegs überholt, sondern besonders bedeutend, gerade wenn man den Euroraum als zusammenhängende Volkswirtschaft betrachten möchte.

Nur echte Anpassung ist nachhaltig

Schließlich gibt es auch innerhalb von Volkswirtschaften große regionale Unterschiede beim Einkommen, der Produktivität und beim Wachstum. Zwischen Währungen können solche Unterschiede  in der Wettbewerbsfähigkeit durch Auf- und Abwertungen ausgeglichen werden. Innerhalb von Währungsräumen fehlt dieser Anpassungsmechanismus. Die nationalen Volkswirtschaften mussten andere entwickeln, der Euroraum muss das auch. Sobald sich die Volkswirtschaften des Euroraums daran gewöhnt haben, dass Wettbewerb über Effizienzen und Innovationen funktioniert, wird Europa stärker sein als je zuvor.

Globalisierung: liberal.

Euro: liberal.

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